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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

„Bewegung ist sehr wichtig“

Polizeihauptkommissar Michel zeigt Käthe Neu, wie sie mit ihrem Rollator ein Hindernis überwinden kann. Polizeihauptkommissar Michel zeigt Käthe Neu, wie sie mit ihrem Rollator ein Hindernis überwinden kann.Christine Kraus / Caritasverband Speyer

"Fit in den Herbst". Unter diesem Motto fand am Donnerstag, 11. Oktober im Caritas Altenzentrum St. Martha in Speyer ein Fitnesstag für die Bewohner des Altenzentrums, die Besucher der Tagespflege aber auch Gäste von außerhalb statt. Vormittags ging es um den sicheren Umgang mit Rollatoren. Nach einem vegetarischen Herbst-Fitness-Menü bot Martina Brack von der Praxis für Physiotherapie Wissing-Bahro ein einstündiges Fitnessprogramm zum Ausprobieren an.

"Bewegung ist unheimlich wichtig, ein Leben lang", sagt Jana Herbert, die Leiterin der sozialen Betreuung. Man könne in jedem Alter daran arbeiten, die Muskelkraft zu verbessern. Wer nicht mehr gut zu Fuß sei, für den biete sich Sitzgymnastik an. Da würden beispielsweise die Arme trainiert oder Fingerübungen gemacht. "Bewegung wirkt sich auch positiv auf die Psyche aus", hat sie beobachtet.

Peter Schneider durchläuft mit seinem Rollator einen Parcours und bekommt dabei Tipps von Polizeihauptkommissar Matthias Michel. Peter Schneider durchläuft mit seinem Rollator einen Parcours und bekommt dabei Tipps von Polizeihauptkommissar Matthias Michel. Caritasverband Speyer

Rollatoren sind inzwischen ein wichtiges Hilfsmittel für Senioren, die mobil bleiben möchten, aber unsicher auf den Beinen sind. "Ich habe den Rollator gerne angenommen, er gibt mir eine gewisse Sicherheit", sagt Christel Wadle. Die rüstige 96-jährige ist eine der Teilnehmerinnen, die mit Polizeihauptkommissar Matthias Michel den richtigen Umgang mit dem Rollator üben. "Ich habe zwar bis jetzt keine Probleme gehabt, aber man kann immer etwas dazu lernen", findet die Seniorin.

Matthias Michel hat im schönen Garten des Altenzentrums einen Parcours aufgebaut, in dem er idyllisch von Blumenrabatten und einem kleinen Bachlauf gesäumt, Alltagssituationen nachstellt: Aufzüge oder enge Kurven sind durch orange-weiße Hütchen nachgestellt. An einer zwischen zwei Ständern aufgehängten Platte wird geübt, wie eine Tür geöffnet und wieder geschlossen wird. Das ist gar nicht so einfach mit einem Rollator zu bewältigen. Das erfordert Koordination. Größte Herausforderung für die Teilnehmer ist eine Podest. "Daran üben wir, wie man Bordsteinkanten hinauf- und hinunter geht", erklärt Michel. Wichtig sei, immer dicht am Rollator zu stehen, nie mit ausgestreckten Armen zu schieben, denn das könne im schlimmsten Fall zu einem Sturz führen, weil die Senioren in dieser Haltung keine Kraft haben, sich im Notfall aufzustützen.

Peter Schneider hat das schon verinnerlicht. Der 65-jährige nimmt schon zum fünften Mal am Rollatortraining teil. Die Theorie ist ihm wohl bewusst, dennoch kostet es ihn Kraft, Hindernisse zu überwinden. Doch er meistert die Aufgaben ebenso mit Bravour wie Christel Wadle, der Michel auf ihrer Teilnehmer-Urkunde bescheinigt, sie sei "schneller als die Polizei erlaubt".

Matthias Michel leitet das Rollatorentraining schon seit drei Jahren für das Caritas Altenzentrum St. Martha an. Man könne gar nicht oft genug üben, findet er. Das Training sei wichtig für die Sturzprävention. Außerdem mache ihm die Arbeit mit den Senioren einfach Spaß, bekennt der Polizeihauptkommissar. Zudem habe sich in den letzten Jahren einiges getan in Sachen Rollator-Sicherheit.

Gerhard Seither vom Sanitätshaus Römer in Herxheim überprüft bei den Rollatoren Griffhöhe und Bremsen. Gerhard Seither vom Sanitätshaus Römer in Herxheim überprüft bei den Rollatoren Griffhöhe und Bremsen. Christine Kraus / Caritasverband Speyer

Vor dem Training mit Matthias Michel hat Reha-Fachberater Gerhard Seither vom Sanitätshaus Römer in Herxheim alle Geräte überprüft. "Bremsen müssen regelmäßig nachgestellt werden, da sie sich durch Gebrauch abnutzen" erklärt er. Das hat er bei der Mehrzahl der Rollatoren auch gerade eben gemacht. An der Höhe der Griffe hat er wenig auszusetzen. Die sind so eingestellt, wie es sein soll: Sie reichen bis ans Handgelenk, wenn der Benutzer des Rollators direkt dahinter steht und die Arme hängen lässt.  "Rollatoren müssen zu den Patienten passen", betont er. "Ich beobachte oft, dass sich Senioren mit den Unterarmen auf den Griffen abstützen. Das ist sehr gefährlich, sie können so nicht bremsen." Für diese Patienten gebe es sogenannte Arthritis-Rollatoren, auf denen sich die Patienten, die gebeugt gehen, mit den Armen abstützen können. Ebenso weist er darauf hin, dass Menschen, die in einer Hand keine Kraft mehr haben, Rollatoren benutzen müssen, bei denen mit einer Hand beide Räder gebremst werden. Sonst sei ein Sturz vorprogrammiert. Deswegen sei eine individuelle Beratung sehr wichtig, wenn ein Rollator angeschafft werden soll.

Das Rollatorentraining wird im Caritas-Altenzentrum St. Martha seit drei Jahren im Frühling und im Herbst angeboten. Dass dieses Mal ein ganzer Fitnesstag mit Mittagessen und Gymnastikangebot am Nachmittag daraus werden konnte ist einer Spende zu verdanken, freuen sich Leiterin Gudrun Wolter und Mitarbeiterin Jana Herbert.

Text und Fotos: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer