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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

Hürden mit Bravour gemeistert

Rollatorentraining hoch

Ingeborg Schuster hat's geschafft. Trotz regennassem Untergrund hat sie den kleinen Parcours, den die Polizeibeamten Matthias Michel und Kerstin Werner im Garten des Caritas-Altenzentrums St. Martha in Speyer aufgebaut haben, bravourös gemeistert. Nicht selbstverständlich ist das angesichts des Begleiters auf vier Rädern, den die Seniorin vor sich herschiebt. Die 88-Jährige ist mit dem Rollator unterwegs und eine von elf Bewohnern des Hauses, die sich an dem Rollatoren-Training der Verkehrsschule der Polizeiinspektion Speyer beteiligen.

Mit festem Schritt und zielstrebig marschiert Ingeborg Schuster durch die Tür, die in den Garten führt. Einen Bewohner nach dem anderen führen die Polizeibeamten zu den einzelnen Hindernis-Stationen. Dabei geben sie Tipps zum richtigen Umgang mit den Geräten.

„Das Grundproblem ist: Viele handhaben den Rollator falsch“, bringt es Michel auf den Punkt. Der erste Fehler: „Die Leute sollen aufrecht im Rollator stehen. Das beherzigen die meisten nicht.“ Stattdessen sei die Haltung nach vorne gebeugt, was wiederum ein Gefahrenpotenzial birgt, sind die Senioren doch auf diese Weise leichter aus der Bahn zu werfen.

Seit zwei Jahren bietet die als Jugendverkehrsschule bekannte Institution den Kurs in Seniorenheimen an. Die Resonanz ist gut, wie Einrichtungsleiterin Gudrun Wolter auch für ihr Haus bestätigen kann. „Im Oktober vergangenen Jahres haben wir das Training erstmals angeboten. Es hat so großen Anklang gefunden, dass wir es nun wiederholen“, berichtet sie. Die Aktion laufe auf freiwilliger Basis - der  Bedarf da ist, wie die Anmeldezahlen beweisen.

Rollatorentraining 2 hoch

Den Polizisten geht es vor allem um die Sicherheit der alten Men-schen. Die erste Hürde, eine Rampe, liegt bereits unmittelbar am Zugang von der Caféteria in den Garten. Dass ein Rollator eine Bremse hat, sollen die Senioren hier lernen. Nach dem Lernen, wie man abwärts geht, folgt das Laufen auf verschiedenen Untergründen, die der Garten bietet: „Auch darauf müssen sich die Menschen einstellen können", führt Matthias Michel aus. Der Oberkommissar und seine Kollegin wissen um die verkehrstechnischen Schwierigkeiten, die das tägliche Leben gerade für mobil eingeschränkte Menschen mit sich bringen kann.

Inzwischen ist Kommissarin Kerstin Werner ist mit Irmgard Weinerth (75) unterwegs und begeistert von der Dynamik, die die Seniorin an den Tag legt. Problemlos meistert die Dame das Öffnen und Schließen einer mittels rot-weißem Absperrband simulierten Tür. Schummeln gilt selbst hier nicht. Kerstin Werner achtet auf die authenti-schen Bewegungen, die die Seniorin auch im Normalfall ausführen muss.
„Die Koordination zwischen dem Türöffnen und dem Führen des Rollators bereitet oft erhebliche Schwierigkeiten“, weiß Michel. Das gleiche gilt für das Ein- und Ausparken im Fahrstuhl oder für das Überwinden von Stufen. „Gerade beim Rauf- und Runterfahren gibt es viele Stürze, wenn der Rollator nicht richtig bewegt wird“, weiß Michel aus Erfahrung. Präventiv zu arbeiten ist daher den Polizeivertretern wichtig. Selbst Engstellen sollen die Senioren künftig besser passieren können. Geübt wird das mit Hilfe eines Hütchen-Parcours mit immer enger werdenden Durchgängen. Nicht alle haben damit so wenige Probleme wie Irmgard Weinerth, die mit ihrer flotten Schlangenlinienfahrt einen positiven Eindruck hinterlässt.

Dass die Polizei sich dazu entschlossen hat, Rollator-Schulungen anzubieten, liege in erster Linie an der demografischen Entwicklung, merkt Michel an. „Wir müssen darauf reagieren“, betont der Polizeibeamte. Es gebe immer mehr Senioren, die auf einen Rollator angewiesen sind. Und gerade im Straßenverkehr sei die Gefahrenquelle groß.

Nicht nur den fachgerechten Gebrauch der Rollatoren bringen er und seine Kollegin den Bewohnern des Caritas-Altenzentrums bei. Gleichzeitig unterziehen die beiden die Geräte auch einer kurzen Inspektion. Höhe, Steckverbindungen, Reifen und Sitzfläche werden mit Kennerblick geprüft. Eine besondere Bestätigung erhalten alle Teilnehmer zum Schluss: eine Urkunde als Beweis für das erfolgreiche Bestehen des Rollator-Lehrgangs.

Text und Bild: Caritasverband für die Diözese Speyer / Susanne Kühner