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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

Musik berührt die Menschen

Einrichtungsleiterin Gudrun Wolter begrüßt die Teilnehmer des Symposiums.Einrichtungsleiterin Gudrun Wolter begrüßt die Teilnehmer des Symposiums.Christine Kraus / Caritasverband für die Diözese Speyer

Das Netzwerk trifft sich im Zweijahresrhythmus in verschiedenen Orten in Deutschland. Organisiert hatte die Musiktherapeutin Eva-Maria Holzinger die Veranstaltung. Sie arbeitet seit einigen Jahren mit den Bewohnern des Altenzentrums. Daher hat Einrichtungsleiterin Gudrun Wolter, die die Musiktherapie als sehr wertvoll erachtet, die Cafetéria für das Symposium zur Verfügung gestellt. "Eigentlich sind wir ja kein Tagungsort, aber die Musiktherapie, die wir hier anbieten, tut unseren Bewohnern so gut", sagte die Einrichtungsleiterin.

"Uns ist es wichtig, dass diese Netzwerktreffen im Feld, also in Alteneinrichtungen oder Kliniken, stattfinden. Schließlich sollen die Menschen, um die es in unserer Arbeit geht, dabei sein dürfen", betont Eva-Maria Holzinger. Teilnehmer des Symposiums waren Therapeuten aus den Fachbereichen Musik, Kunst, Theater, Tanz und Clownerie sowie Experten und Quereinsteiger, aber auch Sozialpädagogen, die sich über diesen Bereich der Altenarbeit informieren wollten.

Drei Tage lang fanden Vorträge und Workshops statt. Wichtig war den Teilnehmern aber auch den Dozenten vor allem der Austausch. Es wurde getanzt, gemalt, gesungen und gespielt. "Wir haben unfassbar viel zurückbekommen. Von den Teilnehmern aber auch von den Bewohnern", erzählt Eva-Maria Holzinger begeistert. Immer wieder hätten Seniorinnen und Senioren vorbeigeschaut und auch mitgemacht. "Eine Dame hat mir gesagt: Endlich wird hier mal getanzt", sagte Eva-MariaHolzinger lachend. Sie selbst habe an diesem Tag Musiktherapie in einem Wohnbereich angeboten und im Anschluss auch Bewohner mit zu den Workshops genommen. Man sehe, dass dabei etwas überspringe, dass die Menschen berührt werden. Kunst, egal ob Musik, Malerei oder Tanz sorge für Kommunikation und sozialen Austausch. Besonders gefreut haben sich Eva-Maria Holzinger und Gudrun Wolter, dass die Kunsttherapeutin, Anja Schulmann von der Praxis für intermediale Kunst und Bildung in Speyer, die im Altenzentrum mit den Bewohnern regelmäßig Aquarelle malt, spontan für einen kranken Dozenten eingesprungen ist.

"Gerade für Menschen mit Demenz ermöglicht gemeinsames Musizieren oder Malen Partizipation und Teilhabe auf Augenhöhe mit nicht von Demenz betroffenen Menschen", erklärt Gudrun Wolter. Das, was so oft auf dem Papier gefordert wird und doch im Alltag an Grenzen stößt, geschieht da ganz automatisch. Fröhlich singende Senioren bei gemeinsamen Musikstunden und die bunten Aquarelle in der Dauerausstellung im Flur des Altenzentrums zeugen davon. Allerdings müsse die Kunsttherapie, also die Besuche der Therapeutinnen Eva-Maria Holzinger und Anja Schulmann, über Spenden finanziert werden, erklärt Gudrun Wolter.

Die Einrichtungsleiterin würde gerne Mitarbeiter zu Kunstgeragogen schulen  lassen, um das Betreuungsangebot noch weiter zu verbessern. Aber auch hier ist sie auf externe Finanzierung angewiesen. "Unser normales Budget gibt das leider nicht her", bedauert sie. Doch die Kunsttherapie im Altenzentrum St. Martha soll auf alle Fälle weitergehen.

Text und Bilder: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer