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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

Musik, Kunst und Gespräche

Tag der offenen Tür 2015

"Jede Blume und jeder Strauß verweisen auf den Schöpfer, auf Gott", sagte Schlembach. Auch die Gemeinde, die in der Hauskapelle zusammengekommen war, sei aus vielen einzigartigen Blumen zusammengesetzt, deren Besonderheit immer auch im Alltäglichen zu finden sei. So vielfältig die Welt der Blumen, so besonders seien auch die Menschen selbst. 

Vielfalt begleitete auch den gesamten Tag der offenen Tür im Altenzentrum. Nach dem Mittagessen trafen sich Bewohner zum Quiz oder zum Brettspiel im Foyer. Einige Bewohner erzählten von ihrem Leben in St. Martha. So auch Ilse Mattheis, seit Januar 2015 Bewohnerin im "Marthaheim": "Ich habe wieder Freude am Leben", sagt sie. Sie genieße den Austausch und die Gesellschaft mit ihren Mitbewohnerinnen und dem Personal sehr. 

Tagespflegeleiterin Ute Sauer begrüßte Stammgäste ebenso wie interessente Besucher in den Räumen der Tagespflege.  "Wir sind eine feste Gruppe von derzeit zehn Besuchern, die von Montag bis Freitag bei uns sind", erzählte sie und zeigte, mit welchen Mitteln und Themenfeldern des Alltagslebens das Sprach- und Erinnerungsvermögens insbesondere von Demenzerkrankten aktiviert werden könne. "Mit gezielten Fragen zu Gegenständen wie etwa einer Kaffeekanne oder einem Schraubenzieher bringen wir unsere Gäste miteinander ins Gespräch", sagte sie. 

Wie groß Fortschritte im Umgang mit Farben und Formen insbesondere bei Demenzerkrankten sein können, dokumentierte Kunsttherapeutin Dorothea Kunze von der Praxis für Intermediale Kunst und Bildung mit der Bilderausstellung im Erdgeschoss. "Wir beobachten, dass unsere Teilnehmer während des künstlerischen Prozesses auch ein neues Selbstbewusstsein aufbauen", berichtete die Kunsttherapeutin. 

Ein anderer Zugang zu alten Menschen sei die Musik, sagte Eva-Maria Holzinger. Die Musiktherapeutin aus Heidelberg, die sich auf die Arbeit mit Demenzkranken spezialisiert hat und projektbezogen im Hause tätig ist, schaffe durch das gemeinsame Singen ein Gemeinschaftsgefühl. "Musik entspannt", weiß sie, denn Musik und Töne spreche insbesondere das Unterbewusstsein an. Insbesondere Menschen mit Demenz stünden unter großer innerer Anspannung, die durch das Hören von Musik oder das Mitsingen eines Liedes deutlich und nachhaltig verringert  werden könne, sagt sie. Sie besuche auch Bettlägerige direkt im Zimmer und könne die alten Menschen dort durch Klanginstrumente unmittelbar emotional erreichen. "Wir planen, auch die Musiktherapie zu einem ständigen Angebot unseres Hauses zu machen", sagt Einrichtungsleiterin Gudrun Wolter. Die Spenden des Tags der offenen Tür seien speziell für diesen Zweck gedacht, sagt sie.

Die Referentin von youngcaritas, Marie Blechschmidt, hat  Besucher die Lebenswelt älterer Menschen nacherleben lassen, unter anderem mit Simulationsbrillen für Augenkrankheiten, einem Alterssimulationsanzug für eine Halbseitenlähmung nach Schlaganfall sowie einem Tremorsimulator, der das Zittern der Hände wie bei einer Parkinsonerkrankung erzeugt.  Eine wichtige Erfahrung, lautete die Rückmeldung der Besucher.

Text und Bilder: Caritasverband für die Diözese Speyer / Monika Stumpf