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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

Noch Plätze frei in der Tagespflege

"Es war eine sehr einsame Zeit", blickt Elisabeth Roth auf das letzte Jahr zurück. Nichts lief mehr in dem Betreuten Wohnen, wo sie lebt, und die Tagespflege hatte auch geschlossen. Nun sitzt sie nach einem kleinen Mittagsschläfchen am Kaffeetisch im Raum der Tagespflege und erzählt. Sie ist zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder hier. Einmal die Woche kam sie vor der Schließung und so soll das auch wieder weitergehen. "Das ist eine ganz andere Atmosphäre als zu Hause sagt sie". Selbst das Essen hat ihr heute nach langem endlich wieder einmal geschmeckt.

Tagespflege St. Martha

Wie die meisten Gäste der Tagespflege wird die Seniorin morgens von den Maltesern zuhause abgeholt und in die Räume der Tagespflege gebracht. Andere werden von ihren Angehörigen gefahren. Elisabeth Roth nimmt gerne an den ständig wechselnden Angeboten teil. Los geht es mit einem gemeinsamen Frühstück. Ganz wichtig für die 93-jährige ist das morgendliche gemeinsame Zeitungslesen. Danach gibt es wechselnde Angebote. Alltagsbegleiterin Susan Nentwich hat schon eine lange Liste mit Ideen für die nächsten Wochen. Vom Bibelbingo über Fingergymnastik bis zu Würfelspielen. Bewegungseinheiten sind auch jeden Tag dabei, das sei ganz wichtig, sagt sie. Wenn sie das Schwungtuch oder Softbälle hervorholt, freuen sich die Senioren. "Das weckt die Geister", sagt Susan Nentwich lachend. Lachen sei übrigens auch ganz wichtig, stellt sie fest und in der Tagespflege wird tatsächlich viel gelacht. Das hat den Besuchern in den letzten Monaten auch gefehlt, erzählen sie. Einfach mal einen schönen fröhlichen Tag in Gesellschaft zu verbringen. 
"Ein halbes Jahr ist eine lange Zeit. Das hat viel mit den Menschen gemacht", sagt Gudrun Wolter, die Einrichtungsleiterin des Caritas-Altenzentrums St. Martha. Angehörige berichten, dass viele der Senioren kognitiv, aber auch körperlich abgebaut haben. 

Fast die Hälfte der ehemaligen Tagespflegebesucher seien nicht mehr wiedergekommen. Einige seien gestorben, andere in die stationäre Pflege gewechselt. Dafür seien neue Gäste da, die bisher die Ende Juni geschlossenen Tagespflege Luna in Speyer besucht haben. Trotzdem gibt es noch freie Plätze für neue Gäste, berichtet Wolter. Zehn Senioren können von Montag bis Freitag jeden Tag in der Tagespflege betreut werden. Manche kommen nur einen Tag pro Woche, so wie Elisabeth Roth, andere sind jeden Tag zu Gast, so wie Rita Weiss, die sich richtig freut, wieder kommen zu dürfen. "Ich war während Corona zuhause und hab mich an alles gehalten. Ich hab‘s halt rumgebracht", erzählt sie. 
Die Tagespflege betreut Menschen ab 60 Jahren, die mindestens Pflegegrad zwei bescheinigt bekommen haben. Eingeschränkte Mobilität und Demenz sei überhaupt kein Problem, sagt Wolter. Schwierig sei es, wenn die Senioren eine Einzelbetreuung brauchen, aggressiv seien oder eine ausgeprägte Weglauftendenz zeigen. Die Finanzierung des Besuchs der Tagespflege wird zum größten Teil von der Pflegekasse übernommen. Die Senioren*innen können gerne auch erst einmal hineinschnuppern, ob es ihnen gefällt.
So macht das auch eine der Besucherinnen, die an diesem Tag zu Gast ist. Sie war vor der Schließung regelmäßig da, möchte aber erst noch mal schauen ob es noch für sie passt, erzählt sie beim Kaffeetrinken. Sie sei ein bisschen unsicher, sagt sie zaghaft.
Nach der Kaffeepause machen sich die Senioren auf zu einem kleinen Spaziergang in den Garten des Caritas-Altenzentrums, denn Bewegung ist ganz wichtig. "Der Garten ist wunderbar. Da blüht alles so schön. Ich kann mich immer noch über jede Kleinigkeit freuen", strahlt Elisabeth Roth. Bevor sie sich auf den Weg nach draußen macht, wird sie von der Pflegehelferin Annemarie Kuhnke noch mal in den Arm genommen. Die beiden freuen sich so, sich nach langer Zeit endlich wieder sehen zu dürfen. Da sieht man das Strahlen in ihren Gesichtern trotz Maske.

Beratung zum Besuch der Tagespflege gibt es bei Daniel Sender vom Sozialdienst des Altenzentrums: Tel. 06232-135-1111, E-Mail: daniel.sender@cbs-speyer.de 

Text und Foto: Dr. Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer