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Stand: 23.07.2015

Pressemitteilung

Zugewanderte lernen Altenpflege kennen

 

Aktionstag Pflege deine Zukunft 2016

Die Veranstaltung, die seit 2010 stattfindet,  ist Teil einer Imagekampagne der stationären Einrichtungen der Altenpflege in Speyer in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und dem CJD Speyer. Interessierte konnten sich zwei Touren anschließen und sechs Pflegeeinrichtungen besuchen. Neu in diesem Jahr war ein Angebot speziell für Zugewanderte im Speyerer Caritas-Altenzentrum St. Martha in der Schützenstraße. Die Teilnehmer kamen aus Sprachkursen aus Speyer und Ludwigshafen sowie dem Kurs "Perspektive für Flüchtlinge" aus Ludwigshafen und durften in drei Arbeitsbereiche der Altenpflege einmal hereinschnuppern.

Bei der ersten Station ging es um Kraft und Balance, Die Übungen zeigte Iris Bechmann, Mitarbeiterin der sozialen Betreuung . "Es ist ganz wichtig, die Bewegungsfähigkeit und das Gleichgewicht auch im hohen Alter zu erhalten. Das ist gut für die Sturzprophylaxe", erklärte sie den Besuchern.  Im Stuhlkreis saßen einige hochbetagte Damen, zwischen ihnen durften  die Teilnehmer der Führung Platz nehmen und gleich mitmachen. Los ging es mit Fußball. Ein großer Pezziball wird durch die Mitte gekickt und schnell wird klar, dass auch über 90-Jährige mit der gleichaltrigen Sitznachbarin noch um Bälle rangeln und eine kräftigen Tritt haben. Die Gäste machen einfach mit.

Aktionstag Altenpflege - Teilnehmer schnuppern

Die nächste Übung erfordert gute Zusammenarbeit. Mit einem großen Schwungtuch, das alle am Rand festhalten müssen elf Filzbälle durch ein kleines Loch in der Mitte bugsiert werden. Hier erweist sich Tanush aus Albanien als Held des Tages. Zielsicher wirft er einen Ball, der zu nah an den Rand kam in das Loch und Shafigh aus Afghanistan wird als Kavalier gefeiert, weil er die Bälle alle wieder aufsammelt. Eine Bewohnerin erklärt inzwischen Svetlana aus Russland, dass die Schwungtuchübungen ganz schön in die Arme gehen. Zwischendurch wird gesungen, geklatscht, gestampft. Die Stimmung ist unüberhörbar gut.

Weiter geht es ins zweite Obergeschoss. Roni Bunzel, einer der wenigen männlichen Pflegekräfte im Haus, zeigt, wie bettlägerige Patienten mit einem speziellen Tuch und einem Hebelifter vom Pflegebett in den Rollstuhl gesetzt werden können. Shafigh hat sich für diese Demonstration ins Bett gelegt und sitzt wenig später in einem Tuch über dem Rollstuhl.  Yordanka aus Cuba staunt: "Das kenne ich aus meiner Heimat nicht. Ich dachte, man muss die Menschen mit eigener Kraft bewegen". Sie schaut genau hin und lernt dazu. Wie auch Svetlana hat sie schon einen Praktikumsplatz in einem Seniorenheim sicher und möchte dann eine Ausbildung als Altenpflegerin machen. Shafigh schaut noch etwas zweifelnd: "Ich arbeite gerne mit Kindern und alten Leuten, aber ich muss noch überlegen, ob das etwas für mich ist".

Letzte Station nach einer kleinen Pause, die die Gäste zu intensiven Gesprächen mit Fachkräften und Vertretern des CJD nutzen, ist der Stand, den die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes aufgebaut haben. Alltagsbegleiterin Lucia Agnello Pische erklärt, dass man individuell auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen müsse. Einige würden gerne in Gruppen spielen, andere sind lieber mit der Betreuerin allein. Selbst für Bettlägerige Bewohner, die nicht mehr am Alltagsleben teilnehmen können, hat sie Beschäftigung. Yordanka und Svetlana betasten die selbst gemachten Karten mit den unterschiedlichen Oberflächen. "Das ist für den Tastsinn", bekommen sie erklärt. 

Heimleiterin Gudrun Wolter zieht am Ende des Vormittages Bilanz: "Wir hatten selten so interessierte, aufmerksame und disziplinierte Leute hier.
 
Text und Fotos: Caritasverband für die Diözese Speyer